Entkernen der Grundschule nach Hochwasser

Nordendorf, Bayern

Hilfe nach der Hochwasserkatastrophe 2024

Im Sommer 2024 erlebten Bayern eine der schwersten Hochwasserkatastrophen seiner Geschichte. Betroffen war auch die Grundschule in Nordendorf, im Landkreis Augsburg. Erst acht Monate nach dem Ereignis, können die Schäden allmählich behoben werden. Hilfe kommt aus ganz Deutschland – durch unser Helfernetzwerk.

Ein arbeitsreiches Wochenende

Am Freitag direkt nach Schulschluss ging es los: Die Helfenden von ANTS trafen sich mit Freiwilligen aus der Gemeinde, um gemeinsam den Keller des unversicherten Schulgebäudes zu entkernen. Mit Staubmasken und Gehörschutz ausgestattet, transportierten sie Schubkarren voller Bodenplatten und Eimer mit Bauschutt zu den Containern im Schulhof. Jona, 16 Jahre alt, ist mit seiner Mutter Monika angereist. „Wir haben sofort zugesagt und alle Termine abgesagt, um hier zu helfen“, erzählt er.
Am Samstag waren 30, am Sonntag 20 Helfende vor Ort, darunter einige Einheimische und viele, die von weiter her angereist sind: Aus Stuttgart, Mainz, Karlsruhe und Frankfurt. Auch Alexandra und ihr Sohn Maximilian aus Babenhausen sind tatkräftig dabei. „Wir stemmen die Wände ab und arbeiten an den Decken. Überkopf-Arbeiten sind zwar anstrengend, aber wir packen es an“, berichtet sie.

Bürgermeister im Einsatz

Getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ hatte Christoph den Einsatz organisiert. Tobias Kunz, der Bürgermeister von Nordendorf, nahm die Hilfe der ANTS dankbar an. Neben der perfekten Organisation unserer Versorgung und Interviews mit der örtlichen Presse schleppte er selbst auch an allen drei Tagen unermüdlich Schutteimer nach draußen und schonte sich nicht. „Das Wasser stand 40 cm hoch und hat große Schäden verursacht. Wir müssen die Schule vollständig entkernen, alles auf Rohbauzustand zurücksetzen und dann neu aufbauen“, erläuterte er den angereisten Reportern von Zeitung und Radio.

Grobe Abbrucharbeiten

Auf fast 1000 Quadratmetern befanden sich nicht nur Klassenzimmer und der Werkraum, sondern auch die Mensa und die Nachmittagsbetreuung für die Kinder. Die Holzböden und Heizkörper wurden zerstört.
Nach dem Hochwasser wurden unmittelbar alle Möbel, Holzfußböden und Türen entfernt. Nun, acht Monate später, werden endlich die groben Abbrucharbeiten durchgeführt: Der Putz wird von den Wänden gestemmt und der Estrich muss auch raus. Eine gemauerte Zwischenwand wird ebenfalls abgerissen, wobei die Helfenden zum Schluss nur noch ihre Hände benutzen, um sie umzuwerfen.

Gemeinschaftlicher Einsatz

Die Helfenden durften in der Schulturnhalle schlafen und können in den Umkleiden duschen. Die Verpflegung war gigantisch: „Es ist wie ein All-inclusive-Urlaub, nur mit Arbeit“, scherzt einer der Freiwilligen. „Mit Muskelkater inklusive“, fügt ein anderer hinzu.

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